Von 2009 bis zur Neuausgabe 2026

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Von 2009 bis zur Neuausgabe 2026

Bücher haben ihre eigene Geschichte.

Damit meine ich nicht die Geschichte, die zwischen ihren Buchdeckeln erzählt wird. Ich meine den Weg des Buches selbst.

Die sieben Stufen hat einen solchen Weg hinter sich.

Und eigentlich glaubte ich, dieser Weg sei beendet.

2009 – ein ungewöhnlicher Roman entsteht

Als Die sieben Stufen 2009 entstand, wusste ich nicht, wohin mich diese Geschichte führen würde.

Ich schrieb ohne ausgearbeiteten Plot. Die einzelnen Szenen nahm ich zunächst innerlich wahr und brachte sie anschließend zu Papier. Auf diese Weise entstand nach und nach ein sehr umfangreicher Roman mit zahlreichen Figuren, miteinander verwobenen Handlungen, spirituellen Erfahrungen, geheimnisvollen Symbolen und einer Geschichte, die auch für mich als Autor immer wieder Überraschungen bereithielt.

Irgendwann war der letzte Satz geschrieben.
Aus den vielen einzelnen Szenen war ein Buch geworden.

Die erste Ausgabe

Die allererste Ausgabe von Die sieben Stufen unterschied sich äußerlich deutlich von späteren Fassungen. Sie besaß keinen illustrierten Buchdeckel. Stattdessen erschien der Roman mit einem Stoffeinband und goldener Schrift.

Im Rückblick gefällt mir diese Schlichtheit noch immer. Das Buch brauchte damals kein großes Motiv. Titel und Gestaltung standen für sich.

Später änderte sich das Erscheinungsbild.

Eine weitere Ausgabe zeigte einen Menschen in einem langen Umhang, der eine leuchtende Treppe hinaufstieg, begleitet von den Amuletten aus der Geschichte. Damit wurde erstmals ein Teil der Bildwelt des Romans unmittelbar auf dem Cover sichtbar.

Jede dieser Ausgaben gehörte zu ihrer Zeit.

Der Abschied

Jahre vergingen.

Andere Bücher entstanden. Meine spirituelle Arbeit entwickelte sich weiter. Neue Themen traten in den Vordergrund, und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich glaubte, dass Die sieben Stufen seinen Weg vollendet hatte.

Ich verabschiedete mich von dem Roman. Sogar auf meiner Webseite wurde dieser Abschied sichtbar.

Für mich war das keine dramatische Entscheidung. Manche Dinge gehören zu einer bestimmten Lebensphase. Sie erfüllen ihre Aufgabe und dürfen anschließend Vergangenheit werden.

So betrachtete ich auch dieses Buch.
Bis 2026.

Die unerwartete Wiederbegegnung

Eigentlich sollte der Roman nur noch einmal überarbeitet werden.
Was dann geschah, hatte ich nicht erwartet.

Ich begann, Die sieben Stufen vollständig zu lesen – Abschnitt für Abschnitt, Seite für Seite. Und schon bald stellte ich fest, dass ich den Text nicht einfach mit dem Abstand eines Autors betrachtete, der ein siebzehn Jahre altes Werk korrigiert.

Ich war wieder in der Geschichte.

Die Figuren wurden erneut lebendig. Situationen, an die ich mich teilweise kaum noch erinnerte, standen plötzlich wieder vor mir. Spannung entstand neu, obwohl ich die Geschichte kannte. Manche Szenen berührten mich, andere brachten mich zum Lachen, und immer wieder war ich erstaunt über Dinge, die ich damals geschrieben hatte.

Aus einer Korrektur wurde eine Begegnung.
Und aus dieser Begegnung entstand irgendwann eine Erkenntnis:

Ich möchte diesen Roman nicht verabschieden.

Bewahren statt neu schreiben

Damit war gleichzeitig klar, was diese Neuausgabe nicht werden sollte. Ich wollte keinen Roman von 2009 nehmen und daraus einen Roman von 2026 machen.

Die Figuren sollten bleiben, wie sie waren. Ihre Sprache sollte ihre Sprache bleiben. Die besondere Erzählweise sollte erhalten werden. Auch Stellen, die ich heute möglicherweise anders schreiben würde, durften Ausdruck der damaligen Entstehung bleiben.

Deshalb konzentrierte sich die Überarbeitung vor allem auf Orthografie, Zeichensetzung und eindeutige sprachliche Fehler. (Bei der früheren Version gab es kein professionelles Lektorat)

Es ging nicht darum, das alte Buch durch ein neues zu ersetzen. Es ging darum, das vorhandene Buch wieder sichtbar zu machen.

Eine neue äußere Form

Während dieser Arbeit veränderte sich auch meine Wahrnehmung der äußeren Gestaltung.

Der Roman ist umfangreich. In der Neuausgabe umfasst er rund 638 Seiten. Eine kleinere Schrift nur zur Verringerung der Seitenzahl kam für mich nicht infrage.

Ebenso fiel eine andere Entscheidung:
Es wird keine Paperback-Ausgabe mehr geben.

Nach dieser intensiven Wiederbegegnung erschien mir das nicht mehr passend. Die sieben Stufen soll ausschließlich als Hardcover erscheinen – als gebundenes Buch, das auch äußerlich den Wert widerspiegelt, den dieser Roman heute wieder für mich besitzt.

Auch das Cover wurde vollständig neu gestaltet.

Das neue Motiv verbindet das Geheimnisvolle und Krimihafte der Geschichte mit ihrer spirituellen Ebene. Das Amulett, alte Schriften, Dunkelheit und Licht und der Weg ins Unbekannte geben Hinweise – ohne die Geschichte zu erzählen.

2026 – keine Rückkehr in die Vergangenheit

Vielleicht könnte man diese Neuausgabe als Rückkehr bezeichnen. Für mich fühlt es sich etwas anders an. Ich gehe nicht zurück ins Jahr 2009.

Der Roman ist vielmehr noch einmal zu mir gekommen – zu einem anderen Zeitpunkt meines Lebens und nach all dem, was inzwischen geschehen ist.
Dadurch lese ich ihn heute anders. Ich sehe Zusammenhänge anders. Und manches, was damals einfach Teil einer Geschichte war, bekommt aus heutiger Perspektive eine zusätzliche Bedeutung.

Der Roman selbst musste sich dafür nicht verändern.
Ich musste ihm nur noch einmal begegnen.

Die sieben Stufen war bereits verabschiedet.

Heute weiß ich:
Der Abschied war noch nicht das Ende.