Die Entstehung von „Die sieben Stufen“

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Die Entstehung von „Die sieben Stufen“

Wenn ich heute auf die Entstehung von Die sieben Stufen zurückblicke, kann ich nicht sagen: Ich hatte eine Idee für einen Roman und begann daraufhin, eine Geschichte zu entwickeln.

So war es nicht.

Es gab keinen ausgearbeiteten Plot, keine vorher festgelegte Entwicklung der Figuren und keinen Plan, wie die Geschichte enden sollte. Im Grunde wusste ich selbst nicht, was geschehen würde.

„Dann schreib einen Roman!“

Die Vorgeschichte reicht einige Jahre zurück. 2005 beschäftigte ich mich intensiv mit Channelings und nahm an einem entsprechenden Seminar teil. Später, im Jahr 2009, entstand in einem Dialog der für mich damals durchaus überraschende Impuls:

„Dann schreib einen Roman!“

Einen Roman?

Das war zunächst keineswegs etwas, was ich geplant hatte. Doch dieser Gedanke blieb.

Als Die sieben Stufen schließlich 2009 – 2011 entstand, entwickelte sich daraus eine Arbeitsweise, die sich deutlich von meinem sonstigen Schreiben unterschied.

Die Szenen waren zuerst da

Bevor ich eine Szene schrieb, nahm ich sie innerlich wahr.

Ich sah den Ort. Ich erlebte die Situation. Menschen tauchten auf, bewegten sich, sprachen miteinander. Es war, als würde ich eine Szene betrachten, die bereits existierte und die ich anschließend nur noch in Worte übertragen musste.

Dann schrieb ich.

Und danach wartete ich auf die nächste Szene.

Ich wusste nicht, wohin mich die Geschichte führen würde. Ich wusste oftmals nicht, was eine Figur als Nächstes tun würde. Zusammenhänge, deren Bedeutung sich erst sehr viel später im Roman offenbarte, entstanden, ohne dass ich sie vorher konstruiert hatte.

Genau das machte das Schreiben auch für mich selbst zu einem Erlebnis.

Ich war Autor – und gleichzeitig der erste Zuschauer dieser Geschichte.

Ein vollständiges Channeling

Aus meiner heutigen Sicht bezeichne ich Die sieben Stufen als einen vollständig gechannelten Roman.

Damit meine ich nicht, dass ich eine Stimme hörte, die mir Satz für Satz einen fertigen Text diktierte. Es war vielmehr die Wahrnehmung der Geschichte selbst. Die Szenen erschienen vor meinem inneren Erleben und wurden von mir anschließend sprachlich umgesetzt.

Das erklärt auch eine Besonderheit des Romans: Er folgt nicht immer den Regeln, nach denen ein Roman normalerweise geplant und konstruiert wird.

Die Geschichte durfte sich entwickeln.

Figuren bekamen Raum. Nebenhandlungen entstanden. Menschen begegneten einander. Manche Zusammenhänge wurden erst sehr viel später verständlich. Und immer wieder geschah etwas, womit auch ich beim Schreiben nicht gerechnet hatte.

Ich habe diese Eigenart bei der Neuausgabe bewusst bewahrt.

Autor und Beobachter zugleich

Normalerweise kennt ein Autor das Geheimnis seiner eigenen Geschichte.

Bei Die sieben Stufen war das komplett anders.

Natürlich schrieb ich die Worte. Aber ich kannte nicht von Anfang an den Weg, den diese Worte nehmen würden. Dadurch konnte ich überrascht werden von einem Roman, den ich selbst schrieb.

Das ist eine merkwürdige Erfahrung.

Man entwickelt eine Beziehung zu Figuren, obwohl man sie selbst erschafft. Man möchte wissen, wie eine Situation weitergeht, obwohl man derjenige ist, der sie niederschreibt. Und manchmal erkennt man erst viele Seiten später, warum etwas zuvor geschehen ist.

Vielleicht war genau das der Grund, warum die erneute Begegnung mit dem Roman im Jahr 2026 so intensiv werden konnte.

Ich kannte die Geschichte – und gleichzeitig konnte ich wieder in sie eintauchen.

Eine Geschichte, die ihren eigenen Weg ging

Ich möchte niemandem vorgeben, wie er die besondere Entstehung dieses Romans einordnen soll.

Man kann Die sieben Stufen als spirituelles Werk lesen. Man kann darin Mystery, Spannung, Abenteuer und menschliche Beziehungen finden. Man kann die Geschichte einfach als Geschichte erleben.

Für mich bleibt jedoch die Art ihrer Entstehung untrennbar mit diesem Buch verbunden.

Ich habe diesen Roman geschrieben.
Und zugleich habe ich ihn empfangen.

Vielleicht ist das der einfachste Satz, mit dem ich beschreiben kann, wie Die sieben Stufen entstanden ist.