Die Geschichte hinter dem Namen Anaris

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Die Geschichte hinter dem Namen Anaris

Wer meine Webseiten besucht oder eines meiner neueren Bücher liest, begegnet früher oder später dem Namen Anaris. Manche Menschen verwenden ihn ganz selbstverständlich, andere fragen nach seiner Bedeutung, und wieder andere möchten wissen, warum ich überhaupt einen zweiten Namen benutze.

Diese Frage hat mich in den vergangenen Jahren immer wieder erreicht.

Die Antwort darauf ist allerdings weniger geradlinig, als manche vielleicht vermuten.

Denn Anaris war ursprünglich keine bewusste Entscheidung. Ich setzte mich nicht eines Tages an den Schreibtisch, überlegte mir einen spirituell klingenden Namen und beschloss anschließend, ihn künftig zu verwenden. Tatsächlich verlief der Prozess genau umgekehrt.

Der Name tauchte zuerst auf.

Damals konnte ich noch nicht abschätzen, welche Bedeutung er später einmal für mich haben würde. Er war zunächst einfach eine Wahrnehmung, ein Impuls, der immer wieder in mein Leben trat. Wie bei vielen anderen Erfahrungen meines Weges geschah dies nicht mit großer Dramatik. Es gab keine Fanfaren, keine besondere Inszenierung und keinen Augenblick, in dem sich der Himmel öffnete und alle Fragen beantwortet wurden.

Vielmehr entwickelte sich über längere Zeit ein Gefühl von Vertrautheit.

Je häufiger mir der Name begegnete, desto stärker entstand der Eindruck, dass er zu etwas gehörte, das bereits vorhanden war. Es fühlte sich nicht wie eine Neuerfindung an. Eher wie eine Erinnerung.

Damals hätte ich diesen Unterschied vermutlich nicht so klar benennen können. Heute erscheint er mir wichtig.

Denn im Laufe der Jahre habe ich viele Menschen kennengelernt, die auf ihrem spirituellen Weg nach einem neuen Namen suchten. Manche verbanden damit einen Neubeginn. Andere wollten sich von ihrer Vergangenheit lösen oder ihrer Entwicklung einen sichtbaren Ausdruck geben. Daran ist nichts falsch. Jeder Mensch findet seinen eigenen Weg.

Für mich war die Erfahrung jedoch eine andere.

Der Name Anaris stand nie für den Wunsch, jemand anderes zu werden. Er entstand auch nicht aus dem Bedürfnis, eine neue Identität zu erschaffen. Im Gegenteil. Je länger ich mich mit diesem Namen beschäftigte, desto deutlicher wurde mir, dass er mich näher zu mir selbst führte. Als ich vor Jahren gelernt hatte zu „channeln“, also auf mein Inneres zu hören, kam einmal der Satz zu mir: „Anaris ist dein höchstes bewusstes Sein“. Aber damals verstand ich die Tiefe dieser Aussage nur zu einem kleinen Teil.

Vielleicht klingt das zunächst widersprüchlich.

Wie kann ein neuer Name einen Menschen näher zu sich selbst bringen? Diese Frage habe ich mir selbst oft gestellt.

Die Antwort liegt darin, dass Namen mehr sein können als bloße Bezeichnungen. Sie tragen Bedeutungen, Erinnerungen und manchmal auch eine bestimmte Schwingung in sich. Jeder kennt das aus dem Alltag. Es gibt Namen, die uns völlig neutral erscheinen, und andere, die sofort bestimmte Gefühle oder Assoziationen hervorrufen.

Bei Anaris war es die Erfahrung einer inneren Präsenz.

Nicht eines fremden Wesens. Nicht einer Rolle. Nicht einer Figur, die ich spielen müsste. Sondern einer tieferen Ebene meines eigenen Seins.

Je stärker sich diese Wahrnehmung entwickelte, desto selbstverständlicher wurde der Umgang mit dem Namen. Irgendwann hörte ich auf, darüber nachzudenken, ob er passend sei oder nicht. Die Frage verlor ihre Bedeutung. Es fühlte sich einfach stimmig an.

Rückblickend erkenne ich, dass der Name mich über viele Jahre begleitet hat, während sich gleichzeitig mein Verständnis von Spiritualität immer weiter veränderte. Manche Vorstellungen, die ich früher hatte, sind heute nicht mehr dieselben. Einige Überzeugungen haben sich gewandelt. Andere haben sich vertieft.

Der Name blieb.

Vielleicht gerade deshalb.

Denn er war nie an eine bestimmte Lehre gebunden. Nie an ein Konzept, eine Methode oder eine Weltanschauung. Für mich wurde er vielmehr zu einem Symbol für etwas, das unter all diesen Dingen liegt.

Für jene innere Präsenz, die unabhängig davon existiert, welche Erfahrungen wir machen, welche Rollen wir übernehmen oder welche Wege wir gehen.

Deshalb verwende ich heute sowohl meinen bürgerlichen Namen, meinem Engelnamen „Nathaniel“ als auch den Namen Anaris mit großer Selbstverständlichkeit. Ich empfinde darin keinen Widerspruch. Sie gehören zu meinem Leben. Und sie erzählen einen Teil meiner Geschichte.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Bedeutung von Anaris geworden. Nicht die Geschichte eines neuen Namens. Sondern die Erinnerung daran, dass hinter allen Namen etwas existiert, das keinen Namen braucht.

herzliche Grüße

Atlan Anaris Koteij
Thomas Nathaniel